Digitales Biernach4: Brauchen wir ein Social Intranet?

mit Prof. Dr. Holger Sievert, Macromedia Hochschule, Köln

Neue technische Möglichkeiten wie zum Beispiel Social Intranets werden in immer mehr Unternehmen aktiv eingesetzt. Sie steigern beispielsweise die Reichweite von Unternehmensnews und können die Kommunikation von Arbeitsprozessen erleichtern. Effizienz wird so erhöht, Innovationen gelingen schneller. Unser Gast Prof. Dr. Holger Sievert ist Experte auf diesem Gebiet. Er ist Professor für Kommunikationsmanagement in Köln und freier Kommunikationsberater in Düsseldorf.

Miteinander lernen

„Die traditionelle Mediennutzung hat sich radikal verändert. Kommunikation ist mobiler geworden und omnipräsent. Die neue Generation wird von klein auf damit groß! Das hat auch Auswirkungen auf die Kommunikation in Unternehmen“, berichtet Prof. Sievert. „Wir sprechen von „Boundaryless Companys“; einem grenzenlosen, internen Informationsfluss. Damit kann Silodenken abgelegt werden und stattdessen ein „miteinander lernen“ gefördert werden.“

 Rasante Entwicklung der Nutzungszahlen

2019 nutzte jedes dritte Unternehmen ein Social Intranet – eine Verdreifachung gegenüber 2013. Beobachtungen zeigen, dass diese Entwicklung sich seit der Corona-Pandemie noch deutlich verstärkt hat.

Steigerung der Produktivität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um bis zu 25%

„Viele Menschen in Unternehmen werden orientierungsloser, die Kommunikation verändert sich komplett. Social Media eröffnet auch intern große Potenziale“, so Sievert weiter „Mit Social Intranets zum Beispiel, die als zentrale Plattformen noch erweitert werden können und sich zu sogenannten Digital Workplaces entwickeln. Laut einer Studie von McKinsey kann die Produktivität interaktiv arbeitender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um 20 bis 25% gesteigert werden. Interne Kommunikation kann dadurch zum Erfolgsfaktor werden und die Effektivität steigern bzw. deutliche Innovationsgewinne erzielen. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist der größere Wissenszuwachs, der sich hieraus ergibt.“

 

Vertrauenskollaboration entwickeln

Es gibt jedoch auch Hürden, die es bei der Einführung und Etablierung von Social Collaboration Tools zu nehmen gilt. So müssen die Tools von einem aktiven Communitymanagement betreut und gesteuert werden. Eine weitere Voraussetzung ist die Vertrauenskompetenz der Managementebene für einen echten ESN-Betrieb (ESN = Enterprise Social Network). Für eine erfolgreiche Etablierung spielen ebenso interne Influencer eine große Rolle. Aus diesem Mehrklang kann sich eine Vertrauenskultur entwickeln, die dem Unternehmen zu einer wertvollen Vertrauenskollaboration verhilft.

Zunächst pilotieren und damit Begehrlichkeit schaffen!

„Mein persönlicher Tipp an Sie für eine erfolgreiche Einführung in Ihrem Hause“, schließt Sievert seinen Vortrag „Einfach mal ausprobieren! Bilden Sie eine kleine Gruppe für eine Pilotierung, die Spaß daran hat und das Tool positiv promotet. Damit schaffen Sie Neugier und Begehrlichkeiten bei der weiteren Belegschaft. Einen erfolgreichen Rollout steuern Sie mit einem sorgfältigen Kommunikationsplan, beispielsweise durch Begleitung mit einer Agentur.“

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